Man sagt, jeder ist seines Glückes Schmied. Da ich das wörtlich nehme, fange ich bei mir selbst an, um diesen Raum hier zu füllen.
Das hier ist eine Feinsilberschale, die ich geschmiedet habe. Sie steht für mich als Beispiel für das, was ich mit Slow Craft meine.
Silberschmieden ist eine direkte, zeitintensive, fast archaische Arbeit. Wenn der Hammer auf das Metall trifft, ist das kein bloßes Bearbeiten – es ist ein Zwiegespräch. Schlag für Schlag, begleitet vom klaren Klang, wuchs die Schale aus einem halben Kilobarren Silber von der Bank.
Silber ist für mich das lebendigste aller Metalle. Es fängt das Licht des Augenblicks ein und reflektiert es. Es. lässt sich formen und behält doch immer seinen eigenen, stolzen und wertvollen Charakter. Und handverarbeitetes Silber speichert die Energie, mit der es geschmiedet wurde, was es eindeutig von Industrieware unterscheidet.
Schmieden ist keine Entspannung. Es ist die absolute Präsenz im Schlag. Es geht um eine Stimmigkeit, die man nicht erzwingen kann, sondern die durch das langsame Einüben, Hinschauen, Wirkenlassen entsteht.
Das ist mein erster Beitrag zu diesem Feld, das ich hier auch für andere eröffne.
Nächste Woche mache ich mich auf den Weg, um eine Kollegin zu besuchen. Ich bin gespannt, wie sich unsere Wege kreuzen und welche Resonanz ihre Arbeit hier findet.
